Apothekerliche Fortbildung in Deutschland

 

Fortbildung ist ein integrierter Bestandteil der apothekerlichen Tätigkeit.

Die während der Ausbildung erworbenen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten reichen nicht aus, um in einem durchschnittlich dreißig- bis vierzigjährigen Berufsleben bestehen zu können. Es bedarf daher einer ständigen Auffrischung und Anpassung des Wissens an die laufende Entwicklung.

An Fortbildungen teilzunehmen, ist für Apotheker wie für alle anderen Angehörigen von Heilberufen daher ein moralischer Akt und zählt zu einem guten Berufsethos.

Fortbildungen können durch die bundesweite Vereinheitlichung mittlerweile in jedem Bundesland absolviert werden und werden auch dementsprechend angerechnet. Neben Ort und Zeitpunkt der Veranstaltung obliegt der Apothekerin / dem Apotheker ebenso die Form der Veranstaltung. Eine optimale Anpassung an die persönlichen Bedürfnisse wird somit gewährleistet. 

Das Heilberufe-Kammergesetz regelt für alle Angehörigen von Heilberufen die Berufsausübung sowie die Berufsgerichtsbarkeit und ist Ansprechpartner für berufspolitische Angelegenheiten. Jedes Bundesland hat sein eigenes Heilberufe-Kammergesetz – die Links zu den Gesetzen finden Sie auf den einzelnen Seiten der Apothekerkammern.

Jede(r) approbierte Apotheker(in) ist dazu verpflichtet, Mitglied in der für sie vorgesehenen Landesapothekenkammer zu werden, die es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht hat ihren Mitgliedern den freiwilligen Erwerb eines Fortbildungszertifikats anzubieten. Dieses dient einerseits zur Qualitätssicherung und anderseits zur besseren Dokumentation.

Unter unseren FAQ finden Sie alle Informationen, die Sie zum Thema apothekerliche Fortbildung benötigen. 

 

 

FAQ

An dieser Stelle informieren wir Sie über die apothekerliche Fortbildung in Deutschland. Die Beantwortung der nachfolgenden FAQ soll Ihnen Aufschluss über die wichtigsten Fragestellungen zu dieser Thematik geben. Sie finden darin Verweise auf die rechtlichen Vorschriften und Rahmenbedingungen.

Wer ist zur Fortbildung verpflichtet?

Für Apotheker, pharmazeutische Assistenzberufe und pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte gilt es, sich fortlaufend weiter- und fortzubilden. In den Berufsordnungen der jeweiligen Landesapothekenkammern ist gesetzlich festgelegt, dass Apotheker und Apothekerinnen sich verpflichten, an Fortbildungsmaßnahmen teilzunehmen. Mit der Teilnahme werden Fortbildungspunkte gesammelt, die für den Erwerb eines Fortbildungszertifikats notwendig sind. Die Bundesapothekenkammer hat dazu Empfehlungen verfasst und gibt damit den Landesapothekenkammern Strukturen zur bundesweiten Vereinheitlichung vor. Durch die Teilnahme an Fortbildungsmaßnahmen wird der Wissensstand aktualisiert und optimiert.

Wozu wird das Fortbildungszertifikat benötigt?

Der pharmazeutische Bereich ist von einem stetigen Wissens- und Forschungswachstum geprägt. Das pharmazeutische und nicht-pharmazeutische Personal in Apotheken sowie die Apotheker und Apothekerinnen sind damit auf einen Informationsaustausch angewiesen, um eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung garantieren zu können. Das Fortbildungszertifikat ist als Instrument zur Qualitätssicherung zu verstehen. Es dient als Dokumentation über die getätigten Fortbildungsmaßnahmen. Die Bundesapothekenkammer hat dazu Richtlinien erlassen, die von den jeweiligen Landesapothekerkammern übernommen wurden. Damit herrscht in Deutschland ein beinahe einheitliches System an Fortbildungsmaßnahmen.

Ist eine vorherige Anmeldung erforderlich, wenn man Fortbildungspunkte sammeln möchte?

Mit dem Sammeln der Punkte kann jederzeit begonnen werden. Wenn in einem Zeitraum von drei Jahren genügend Punkte gesammelt werden, ist es möglich bei der zuständigen Kammer das Fortbildungszertifikat zu beantragen.

Wie viele Punkte sind für den Erwerb eines Fortbildungszertifikats erforderlich?

Die unterschiedlichen Berufsgruppen innerhalb der Apotheke haben auch eine unterschiedliche Anzahl an Fortbildungspunkten zu sammeln, bevor das Zertifikat beantragt werden kann. Damit ergibt sich für die Apotheker und Apothekerinnen ein Sammeln von 150 Punkten innerhalb von 3 Jahren.

Wo werden die Punkte gesammelt?

Viele Kammern bieten bereits ein Sammeln der Fortbildungspunkte auf elektronischem Wege an. Dabei ist meist eine Anmeldung erforderlich und der aktuelle Punktestand kann jederzeit abgefragt werden. Für jede Teilnahme an einer Fortbildungsmaßnahme werden Teilnahmebescheinigungen ausgestellt, die als Beleg zu sammeln und anschließend bei der Kammer einzureichen sind.

Sind alle Fortbildungsmaßnahmen für das Fortbildungszertifikat anzurechnen?

Bei der Anmeldung für eine Fortbildung sollte vorab geklärt sein, ob diese akkreditiert ist, d.h. sie den Richtlinien der Kammern entspricht. Nur dann ist die Sicherheit gegeben, dass die Punkte dieser Fortbildung auf das Zertifikat anzurechnen sind. Bei Unklarheiten oder Unsicherheiten ist aber Ihre zuständige Kammer der aussagekräftige Ansprechpartner. Hier finden Sie die Richtlinien der Bundesapothekerkammer für die Akkreditierung von Fortbildungsmaßnahmen im Rahmen des Fortbildungszertifikats.

Welchen Wert haben die einzelnen Fortbildungspunkte?

Die Fortbildungspunkte errechnen sich bei Präsenzveranstaltungen entsprechend dem investierten zeitlichen Aufwand. Für eine Fortbildungseinheit à 45 Minuten wird jeweils ein Punkt berechnet. An einem Tag können maximal 8 Punkte erzielt werden. Bei E-Learning-Angeboten, Fortbildung durch Fachzeitschriften oder Fernfortbildung erfolgt Vergabe von Punkten nur bei Nachweis einer erfolgreich abgeschlossenen Lerneinheit. Pro Lerneinheit ergibt sich ein Fortbildungspunkt. Auch für eigene Tätigkeiten, wie beispielsweise im Falle einer Referententätigkeit, können Fortbildungspunkte erworben werden. Die Punktezahl ist den jeweiligen Richtlinien der Apothekerkammern zu entnehmen. Das Selbststudium wird grundsätzlich gemeinsam mit der innerbetrieblichen Fortbildung ohne Nachweis pauschal mit maximal 10 Fortbildungspunkten pro Jahr bewertet. Im dreijährigen Berechnungszeitraum können demnach durch das Selbststudium 30 der 150 notwendigen Fortbildungspunkte für Apotheker angerechnet werden.

Sollten die Fortbildungen von meiner zuständigen Apothekenkammer veranstaltet werden, oder ist eine bundesweite Teilnahme möglich?

Eine bundesweite Teilnahme an anerkannten Fortbildungsveranstaltungen ist möglich und wird entsprechend von der für den Teilnehmer zuständigen Apothekerkammer auf das Fortbildungszertifikat angerechnet. Ebenfalls wird die Teilnahme an Fortbildungen anderer Heilberufskammern anerkannt.

Kann man das Fortbildungszertifikat ausschließlich mit dem Besuch von Vorträgen erwerben?

Nein, dies ist nicht möglich. Voraussetzung für den Erhalt des Fortbildungszertifikats ist es, nachweisen zu können, an anerkannten Fortbildungsmaßnahmen aus mindestens zwei unten stehenden Kategorien teilgenommen zu haben. Somit wird einerseits Flexibilität und andererseits Vielfalt in der Fortbildung gewährleistet.

 

 

Fortbildungskategorien